1.
Mit der Unbarmherzigkeit von Maschinen hackten sie ihre Mordwerkzeuge in das auf dem Boden liegende Zuckerstück. Unschlüssig, in welche Richtung er ausweichen sollte, blieb er stehen. Seinen Blick von dem Furcht einflößenden Spektakel abwendend schaute er in den Himmel, in die gräuliche, nach Osten ziehende Wolkenbank.
Bereits als kleiner Junge war er in das Taubengeheimnis einge-weiht worden. Hüte dich, hatten sie mit erhobenem Zeigefinger gewarnt. Hüte dich, dies Federvieh ist verflucht. Ist es ihnen erst einmal gelungen, einem jungen Burschen wie dir in den Kopf zu sehen, dann bist du verloren.
Ängstlich richtete er seinen Blick wieder auf die pickenden Vögel am Laternenfuß. Ob sie die Gedanken alter Männer wohl ebenso lesen konnten? Ein plötzliches und lautes Gurren ließ ihn zusammenzucken. Staunend verfolgte er das kleine Wunder, das sich zu seinen Füßen vollzog. Wie durch einen Wink des Herrn erhoben sich die Tauben und entschwanden eine nach der anderen in die kühle Herbstluft.
Erleichtert humpelte er die Straße hinunter. Schritt für Schritt begleitete ihn buntes Laub, das in Wolken um seine Füße wirbelte. Ein paar Ecken weiter kam er an einem Buchladen vorbei.
Bücher – ja, das kannte er. Angezogen von den farbenfrohen Umschlägen im Schaufenster blieb er stehen. Unwillkürlich musste er lächeln, als sein Spiegelbild auf der Scheibe auftauchte. Zaghaft strich er sich über den lichten Kranz aus Haaren. An seinem Mantel fehlten die beiden mittleren Knöpfe. Darunter lugte der blaue Strickpullover hervor, den er vor langer Zeit geschenkt bekommen hatte. |
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